Quiche Lorraine

Quiche Lorraine & Federweißer – ein herbstliches Liebespaar

Bevor ich beginne, möchte ich eines vorausschicken: Ich trinke wirklich sehr wenig Alkohol. Eigentlich nur ein Glas Wein zu einem besonderen Essen oder hin und wieder ein Glas Sekt, um auf etwas Schönes anzustoßen.
Doch alljährlich im Herbst – ja, da werde ich schwach. Denn sobald ich in der Kühltheke meines Lieblingssupermarkts die ersten Flaschen Federweißer entdecke, ist es um mich geschehen. Für mich gehört dieses perlende Getränk mit seiner besonderen Süße und dem tollen frischen Aroma einfach in meinen kulinarischen Herbst.

So auch letzten Donnerstag: Zwei Flaschen wanderten wie von selbst in meinen Einkaufswagen – und auf dem Heimweg schmiedete (und verwarf) ich Pläne darüber, welches Essen mir wohl am besten zu meinem Lieblingsgetränk schmecken würde.

Traditionell gehören für mich Zwiebelkuchen oder Winzerfladen unbedingt zum Federweißen – beides kleine Festessen. Doch diesmal sollte es etwas Anderes sein: ein echter französischer Klassiker – die Quiche Lorraine.

Sie stammt ursprünglich aus der Region Lothringen (Lorraine) im Nordosten Frankreichs. Klassisch wurde sie ohne Käse gebacken, nur mit Speck, Eiern und Rahm – schlicht, herzhaft, perfekt! Ihren Namen verdankt sie übrigens dem altdeutschen Wort Kiche (Kuchen), das im Lothringischen zu Quiche wurde.

Meine allererste Quiche Lorraine habe ich, lang ist’s her, nach einem Rezept des Grandseigneurs der französischen Küche, Paul Bocuse, gebacken. Seitdem ist viel Zeit vergangen und – seine Original-Quiche hat sich bei mir in der Zwischenzeit etwas verändert.

Ich verwende mein eigenes, bewährtes Mürbeteigrezept – ganz ähnlich wie bei Bocuse, aber etwas sanfter gebacken: Er empfiehlt zum Blindbacken 240 °C, ich bleibe lieber bei 180 °C. Und ja, ich gebe Käse hinein – auch wenn die klassische Version ohne auskommt. Aber ganz ehrlich? Ohne Käse – never! Ich liebe besonders die würzige Note von Gruyère, verwende aber auch anderen Hartkäse oder mische verschieden Käsesorten.

In Frankreich kommen traditionell Lardons (durchwachsener dickgeschnittener Speck in Würfeln) in die Quiche. Ich greife lieber zu Katenschinken, der ihr eine feine, rauchige Note gibt.

Aber nun: Schluss mit der Theorie! Such Dir die Zutaten zusammen; back eine goldbraune, duftende Quiche Lorraine – lade Freunde ein, öffne einen gut gekühlten Federweißen, und genieße den Herbst auf französische Art.
Ach ja: Diese Quiche schmeckt warm genauso köstlich wie kalt – perfekt also für eine gemütliche abendliche Runde oder ein spätes Picknick unter goldenen Blättern.

Bon appétit

Quiche Lorraine
Quiche Lorraine
Ungestörte Zubereitung
Display bleibt an

Quiche Lorraine

Dieses klassische französische Gericht besteht aus einem Mürbeteigboden, der mit einer Mischung aus Eiern, Creme fraiche, Schinken und (hier) geriebenem Käse gefüllt ist.
Gericht Abendessen, Hauptspeise, Vorspeise
Küche Frankreich, Lothringen
Keyword backen, Creme fraiche, Gruyère, Katenschinken, Mürbeteig, Pâte Brisée, Quiche, Weizenmehl
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 35 Minuten
Ruhezeit, mindest. 30 Minuten
Servings 8 Stücke
Author birgitd.com

Zutaten

Mürbeteig

  • Du kannst die Zubereitung dieser Quiche beschleunigen, indem Du rohen Fertig-Mürbeteig aus dem Kühlregal verwendest. Wenn Du aber Zeit und Lust hast, bereite den Teig unbedingt selbst zu. Er schmeckt wesentlich besser, und sowohl Deine Gäste als auch Deine Familie werden es Dir danken. Viel Spaß bei der Zubereitung!
  • 200 g Weizenmehl Type 405 oder 550
  • 100 g Butter kalt, klein gewürfelt
  • 1 Eigelb Gr. M – Eiweiß für Belag
  • 2 EL Wasser kalt
  • 5 g Salz
  • 2 TL Kräuter der Provence optional

Belag

  • 1 Zwiebel mittelgroß
  • 150 g Katenschinken gewürfelt (gibt es manchchmal auch schon gewürfelt zu kaufen) oder gestreiften Speck (Bacon) oder ein vegetarischer Ersatz
  • 200 g Crème Fraîche oder Schmand
  • 3 Eier Gr. M + das Eiweiß vom Teig
  • 100 g Gruyère alternativ geriebener Comté, Emmentaler oder Bergkäse – Bergkäse gemischt mit Parmigiano Reggiano auch sehr lecker! — optional
  • 1 Prise Muskatnuss frisch gerieben
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Messersp. Piment d’ Espelette optional
  • 10-12 Schnittlauch Halme, gern auch mehr und – frischer Thymian passt auch sehr gut!

Anleitungen

  • Das Mehl auf die Arbeitsfläche oder in eine große Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde freischieben.
  • Die kalten Butterwürfelchen, das Eigelb, 5g Salz, 2 TL Kräuter der Provence (optional) und 2 EL kaltes Wasser in die Mulde geben und alle Zutaten zügig zu einem glatten Mürbeteig kneten.
    Zutaten für Mürbeteig iauf der Arbeitsfläche
  • Den Teig zu einer Kugel formen. in Frischhaltefolie einwickeln und 30 Minuten, besser 60 Minuten ( – der Teig kann auch schon am Vortag vorbereitet werden) in den Kühlschrank legen.
  • Sobald Du für die weitere Zubereitung bereit bist, den Backofen auf 180°C Umluft oder 200°C O.-/U.-hitze vorheizen
  • Die Spring- oder Quicheform ausbuttern.
  • Nach der Ruhezeit den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 4mm dick ausrollen.
  • Die Form mit dem Teig auskleiden, dabei unbedingt den Teigrand andrücken und den überstehenden Teig abschneiden
  • Die Teigfläche mehrfach gleichmäßig mit einer Gabel einstechen.
  • Die Fläche mit zugeschnittenem Backtrennpapier belegen und die Hülsenfrüchte zum Blindbacken darauf verteilen.
  • Für 15 Minuten in den vorgeheizten Backofen schieben, dann herausnehmen, abkühlen lassen und Backtrennpapier samt Hülsenfrüchte entfernen. (Hülsenfrüchte in ein Schraubglas abfüllen und beim nächsten Blindbacken wiederverwenden.)
  • Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden.
  • Den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden (optional)
  • Den Schinken oder den durchwachsenen Speck in kleine Würfel schneiden.
  • In einer beschichteten Pfanne den Schinken oder den Speck bei mittlerer Hitze unter häufigem Rühren anbraten bzw. auslassen., bis die weißen Fettanteile glasig geworden sind. Nicht braun werden lassen, herausnehmen und beiseitestellen.
  • Dann die Zwiebelwürfel in die eben benutzte Pfanne geben (eventuell etwas Öl verwenden) und unter Rühren glasig werden lassen. Zum Abkühlen vom Herd nehmen.
  • Für die Füllung Creme fraiche (oder Schmand) und 3 Eier sowie das übriggebliebene Eiweiß in einer großen Schüssel mit einem Schneebesen glatt rühren.
  • Die glasig gedünsteten Zwiebelwürfel dazugeben, gut verrühren und dann den Käse über die grobe Seite der Küchenreibe hineinreiben und nochmal gründlich mischen.
  • Den Schnittlauch in feine Stücke schneiden. Die Hälfte davon zur Eimasse geben. Stell bitte den Rest beiseite, für die spätere Garnitur.
  • Die Masse mit Salz, Pfeffer, 1 Messerspitze Piment d’Espelette, optional und frisch geriebener Muskatnuss kräftig würzig abschmecken.
  • Die Schinkenwürfel auf dem vorgebackenen Quicheboden verteilen.
  • Die Eimasse vorsichtig über die Schinkenwürfel gießen und verteilen.
  • Die Quiche vorsichtig in den Ofen stellen (die flüssige Füllung schwappt gern über!) und für ca. 30 – 35 Minuten backen bis sie goldbraun ist.
  • Anschließend aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen, in Stücke schneiden und serviere die Quiche dann z.B. als Mittagessen mit einem Salat, als Vorspeise oder in kleine Stücke geschnitten als Fingerfood für ein Buffet oder für ein Picknick
  • Ich genieße meine Quiche Lorraine am liebsten mit einem gut gekühlten Federweißen, aber in Frankreich wird ebenso gern ein gekühlter Weißwein oder ein fruchtiger Rotwein serviert.
    Bon appétit!

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Quiche Lorraine – je t‘ aime

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