Braune Kuchen - Brune Pletten Helgoländer

Braune Kuchen – Brune Pletten – Helgoländer – Brune Kager

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Es gibt nur wenige Dinge, die mich so zuverlässig in Weihnachtsstimmung versetzen wie der Duft frisch gebackener Plätzchen, der langsam, aber bestimmt in jeden Winkel unseres Hauses zieht. Sobald die ersten warmen Gewürzaromen aus dem Backofen aufsteigen, fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt – an lange Winterabende, Kerzenlicht, weihnachtliche Musik und das vertraute Ächzen beim Öffnen antiker Keksdosen, begleitet von einem Hauch Magie. Viele dieser Plätzchen gehören für mich seit jeher zur Adventszeit: Spitzbuben, Zimtsterne, Vanillekipferl, Schneeflöckchen und all die anderen Klassiker, deren Rezepte Ihr bereits hier im Blog finden könnt. Sie sind für mich unverzichtbar – kleine köstliche Konstanten, die auf keinem weihnachtlichen Gebäckteller fehlen dürfen.

Heute aber möchte ich Euch ein ganz besonderes Rezept vorstellen, eines, das ein kleines Stück Familiengeschichte in sich trägt. Es stammt aus dem hohen Norden, genauer gesagt aus Kiel, und wurde über Generationen weitergegeben: die Braunen Kuchen. Oder, wie man hier auch sagt, Brune Pletten, Helgoländer, oder auf Dänisch Brune kager.

Meine Mutter hat nach diesem alten überlieferten Familienrezept stets die „leevsten Pletten“ meines Vaters gebacken – seine absoluten Lieblingsplätzchen. Für mich duften sie nach Zuhause.

Die Geschichte der Braunen Kuchen

Braune Kuchen haben im Norden eine lange Tradition. Seit weit über hundert Jahren gehören sie hier ganz selbstverständlich in die Weihnachtszeit. In früheren Zeiten waren Gewürze wie Zimt, Vanille, Ingwer und Nelken kostbare Schätze – kleine exotische Luxusgüter, die man nur zu ganz besonderen Anlässen verwendete. Möglicherweise ist genau das der Grund, warum sie auch heute noch so beliebt sind: In diesen dünnen, kross gebackenen Plätzchen vereinen sich dunkler Zuckerrübensirup und wundervolle, aromatische Gewürze zu einem herrlich würzigen, warmen Geschmack, der sofort festliche Stimmung aufkommen lässt.

Ursprünglich hat man aus dem Teig für Braune Kuchen eher flache Rechtecke geschnitten. Inzwischen schneidet oder sticht man sie aber auch rund aus und nennt sie dann liebevoll Helgoländer.

Für mich sind die Braunen Kuchen ein wunderbarer kulinarischer Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart – traditionell, aber dennoch offen für Kreativität, die jeder Generation ihre eigene besondere Note erlaubt.

Und genau das habe ich in einem kleinen Experiment in diesem Jahr gewagt. Beim Bummeln durch meinen Lieblingsdiscounter Aldi Nord haben mich all die weihnachtlichen Zutaten im Sortiment angelacht. In meinem Einkaufswagen landeten schließlich Bio-Orangen, Cashewkerne, Pistazien und eine Auswahl meiner liebsten Gewürze: Zimt, Nelken, Ingwer, Kardamom. Ich war besonders gespannt darauf, wie sich der frische Abrieb der Bio-Orangen auf den Geschmack der Plätzchen auswirken würde. Damit wollte ich dem Teig eine frische Zitrusnote verleihen, die sich von dem herkömmlich verwendeten Orangeat, abheben sollte.

Und was soll ich sagen? Volltreffer! Der Duft allein hat mich begeistert, und der Geschmack ist um Längen feiner und frischer als alles, was Orangeat je leisten könnte. Mein kleines Experiment hat sich mehr als gelohnt.

Das Rezept selbst ist unkompliziert und schenkt Euch nach einer Ruhezeit von etwa zwölf Stunden (gern auch länger) einen wunderbar aromatischen, schnittfesten Teig – perfekt, um daraus Eure eigenen Braunen Kuchen zu zaubern.

Also: Besorgt Euch die Zutaten, gestaltet Euch einen gemütlichen Nachmittag mit Tee bei stimmungsvoller Musik und – legt los! Diese traditionellen Plätzchen haben das Potenzial, auch bei Euch zum unverzichtbaren Weihnachtsliebling zu werden.

Eure


Braune Kuchen - Brune Pletten - Helgoländer - Brune Kager
Ungestörte Zubereitung
Display bleibt an

Braune Kuchen – Brune Pletten – Helgoländer – Brune kager –

Traditionelle Plätzchen aus dem Norden
Gericht Adventsgebäck, Kekse, Plätzchen, Weihnachtsplätzchen
Küche Dänemark, Schleswig-Holstein
Keyword Adventsgebäck, Bio-Orange, Braune Kuchen, brauner Zucker, Brune Kager, Gewürznelken, Ingwer, Kardamom, Pfefferkuchen, regionales Gebäck, Traditionsgebäck, Weihnachtsgebäck, Zimt, Zuckerrübensirup
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Ruhezeit 12 Stunden
Servings 80 Plätzchen
Author birgitd.com

Zutaten

  • 250 g Butter
  • 250 g Brauner Zucker
  • 125 g Zuckerrübensirup
  • 2 TL Zimt, gemahlen
  • 2 TL Ingwer gemahlen
  • 1 TL Gewürznelken gemahlen
  • 1 TL Kardamom gemahlen
  • 500 g Weizenmehl Type 550 oder 405
  • 2 TL Hirschhornsalz in 1 TL kaltem Wasser aufgelöst
  • 150 g Cashewkerne oder blanchierte Mandeln
  • 50 g Pistazien optional
  • 1 Bio-Orange Abrieb

Anleitungen

  • Zucker und Sirup in einem Topf unter Rühren so lange erhitzen bis sich der Zucker aufgelöst hat
  • Dann vom Herd nehmen, Gewürze und Orangenabrieb zugeben und die Butter unterrühren.
  • Die Masse ganz auskühlen lassen.
  • Die Cashewkerne oder Mandeln sowie die Pistazien (optional) grob hacken. Mit dem Mehl und dem angerührtem Hirschhornsalz zur Butter-Zucker-Masse geben.
  • Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten
  • Den Teig in 2-3 Portionen teilen und zu rechteckigen Stäben (etwa 3 x 5cm) formen.
    Alternative 1: Den Teig zu zwei bis drei Rollen mit etwa 4cm Ø formen.
    Alternative 2: Wie hier den gesamten Teig in eine mit Backtrennpapier ausgelegte eckige Form drücken und die Oberfläche glatt streichen oder rollen (Ich verwende eine eckige Springform, doch Backrahmen oder Auflaufform sind ebenso gut)
    Braune Kuchen - Brune Kager in der Form
  • Die Form luftdicht abdecken. Die Stäbe und Rollen fest in Frischhaltefolie einwickeln und 12 Stunden, gern auch mehrere Tage, in den Kühlschrank legen. (- Nach Bedarf backen…)
  • Vor dem Backen die Backbleche mit Backtrennpapier belegen.
  • Den Backofen auf 170°C Umluft oder 190°C O.-/U.-hitze vorheizen.
  • Die Rollen oder Stäbe aus der Frischhaltefolie befreien und mit einem möglichst scharfen Küchenmesser in etwa 3 – 5mm dicke Scheiben schneiden.
  • Alternativ den Teigblock aus der verwendeten Form nehmen und je nachdem, wie groß die Plätzchen werden sollen, erst in Blöcke und dann ebenfalls in Scheiben von 3 – 5mm Dicke schneiden. Je dünner um so knuspriger werden die fertigen Pletten.
    Braune Kuchen - Brune Pletten - Helgoländer
  • Die Scheiben mit etwas Abstand voneinander auf die Backbleche legen. Die Plätzchen ca. 7-10 Minuten backen. Die Zeit hängt von der Dicke der Plätzchen und der Ofenleistung ab.
  • Ab etwa der 5. Minute behalte ich die Plätzchen im Auge. Die Braunen Kuchen sind fertig, sobald sich die Ecken runden und die Kanten etwas dunkler werden.
  • Das Blech aus dem Ofen nehmen und die Plätzchen etwa 2 Minuten auf dem Blech ruhen lassen. Erst dann zum Abkühlen, mithilfe des Backtrennpapiers, auf ein Kuchengitter ziehen.
  • Die vollständig abgekühlten Braunen Kuchen in ein luftdicht verschließbares Gefäß geben und dort etwas Ruhezeit einplanen, damit sich das Aroma optimal entfalten kann.
    Guten Appetit!

Notizen

Tipps zum Backen und Lagern
  • Lass den Teig möglichst lange kühlen. Je länger der Teig im Kühlschrank liegt, desto leichter lässt er sich später in dünne Scheiben schneiden.
  • Schneide die Scheiben so dünn wie möglich: Das Geheimnis hinter perfekten Braunen Kuchen ist die Knusprigkeit. Je dünner, umso besser.
  • Lass den Backofen nicht aus den Augen: Braune Kuchen können in Sekundenschnelle von köstlich braun zu kohlrabenschwarz wechseln. Ab der 5. Minute unbedingt die Plätzchen im Auge behalten.
  • Luftdicht aufbewahren: Gib die Braunen Kuchen nach dem Abkühlen in ein luftdicht schließendes Behältnis. So bleiben die Plätzchen mehrere Wochen knusprig und verbessern ihren Geschmack sogar noch, je mehr sie ruhen.
Braune Kuchen – Brune Kager


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